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Labyrinth der Klopftherapie

Ueber Klopftherapie und energetische Psychologie

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In dem Wirrwarr an Abkürzungen im Training und Therapiebereich ist es für Klienten und Patienten- ja selbst für die Trainer und Therapeuten selbst immer schwieriger den Überblick zu behalten. EFT, TFT, MET, TAT, BSFF, PEP oder SEP gehören zur Klopftherapie, Klopfakupressur, Klopftechnik oder energetischen Psychologie- ganz einfach oder?

So schwierig ist es eigentlich nicht wenn man einmal den Überblick bekommen hat – und dazu soll dieser Artikel beitragen. Klopftherapie, Klopfakupressur, Klopftechnik oder energetische Psychologie- es gibt noch viele weitere Bezeichnungen – sind der Oberbegriff für eine neue Form der Psychotherapie. Nachfolgend werde ich vereinfachend nur noch den Begriff Klopftherapie benutzen. Die Klopftherapie ist als effiziente Kurzzeittherapie im Einsatz zur Diagnose und Behandlung von psychischen und mentalen Problemstellungen.

Durch ihre einfache Handhabung und die sensationell schnellen und nachhaltigen Ergebnisse sowie die Möglichkeit zur Selbstanwendung finden die verschiedenen Formen der Klopftherapie eine schnelle Verbreitung im Training, in der Therapie und in der Beratung.

Die Klopftherapie basiert dabei auf der Annahme, dass belastende Emotionen durch Blockaden im Energiesystem des Körpers hervorgerufen werden. Durch Beklopfen bestimmter Akupunkturpunkte lassen sich diese Blockaden dauerhaft auflösen und die vorher belastenden Gefühle sind für den Anwender nicht mehr vorhanden oder deutlich reduziert. Du kannst Dir das bildlich als einen Garten vorstellen, in dem Du Unkraut (=negative Gefühle wie Trauer, Schuld) jätest und als Folge Deine Blumen (=positive Gefühle wie Freude, Dankbarkeit) mehr Freiheit gewinnen. Die Klopftherapie handelt also von nichts Anderem, was wir nicht eh jeden Tag mehr oder weniger erfolgreich ausprobieren- uns möglichst häufig gut und möglichst häufig schlecht zu fühlen. Zusammenfassend handelt es sich bei allen Formen der Klopftherapie um Techniken zur emotionalen Stress- und Schmerzverminderung, die sich mehr oder weniger stark unterscheiden.

Die Entstehung der Klopftherapie begann Ende der 70er Jahre. Roger Callahan, ein klinischer Psychologe aus den USA, Verband Methoden aus seinem Tätigkeitsfeld mit der traditionellen chinesischen Medizin und der Kinesiologie zu einer neuen Methode namens „Thought Field Therapy“- kurz TFT. Auf seiner Homepage spricht Callahan von einem nicht-medikamentösen, nicht-invasiven Weg um chronische Schmerzen zu reduzieren oder zu eliminieren. Diese neue Form der Therapie hat hervorragende Ergebnisse erzielt, war jedoch aufgrund der vielen Behandlungsschritte und der schwierigen Handhabung nur schwer zu erlenen, insbesondere zur Selbstanwendung für Neulinge.

Der Persönlichkeitstrainer Gary Craig, ebenfalls aus den USA, vereinfachte und verkürzte die Behandlungsschritte, verknüpfte sie mit Elementen des NLP und der Angewandten Kinesiologie und entwickelte daraus die Methode „Emotional Freedom Techniques“ – kurz EFT. Diese verkürzte und ergänzte Version ist mittlerweile so etwas wie die Basis für die modernen Methoden der Klopftherapie. Jeder kann diese EFT-Technik in wenigen Minuten erlernen und bereits Erfolge erzielen. Dank Gary Craig wurde die Klopftherapie also für praktisch jedermann mit geringem Aufwand möglich. Auf Basis von EFT oder aus ihrer Ideologie entwickelten sich dann weitere Techniken, auf deren für den deutschen Sprachraum wichtigsten Verfahren ich im Folgenden jetzt eingehen.

MET nach Franke® ist eine Fortentwicklung und Verknüpfung des EFT von Rainer und Regina Franke mit Elementen aus der Gestalttherapie. Die Frankes kommen aus Deutschland, Rainer Franke ist Diplompsychologe und Regina Franke Heilpraktikerin. Die Grundtechnik zur Selbstanwendung ist dem EFT sehr ähnlich. Für Therapeuten und Trainer ist MET durch die Kombination mit gestalttherapeutischen Prinzipien ein struktureller Hintergrund gegeben, der es möglich macht, Klienten und Patienten zielsicher und effizient zu begleiten. MET ist mittlerweile in Deutschland und vielen Teilen Europas so weit verbreitet wie sein Vorgänger EFT.

PEP steht für „Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie“ und wurde vom deutschen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Michael Bohne, konzipiert. PEP geht es auf der Basis hypnosystemisch-psychodynamischer Hypothesen vor allem um die Verbindung von psychischem Erleben mit dem Körper. Besonders interessant finde ich den alternativen Erklärungsansatz zur Funktionsweise. Nach Bohne werden beim Klopfen die emotionalen Verarbeitungsprozesse im Gehirn gestört und es findet eine neuronale Neuorganisation statt. Dadurch sind die belastenden Gefühle im Gehirn so gesehen abgekappt. Als Selbstbewusstseins-Trainer erreiche ich mit dieser Erklärung bei manchen meiner Klienten mehr Verständnis, vor allem bei denen die überwiegend die linke Gehirnhälfte nutzen.

Die Spirituelle Energetische Psychologie (S.E.P.) vom aus Deutschland stammenden psychologischem Berater und Trainer Erich Keller ist eine Weiterentwicklung des EFT auf Basis der neuesten Gehirnforschung und des Advaita (das musste ich gerade selbst googeln, wird als eine Philosophie aus Indien beschrieben). Im Gegensatz zu den anderen Techniken geht es hierbei vermehrt um Punkte zum Anlegen am Kopf im Bereich des Gehirns.

TAT (Tapas Acupressure Technique®) ist dem S.E.P. sehr ähnlich und wurde vom Amerikaner Tapas Fleming entwickelt. TAT ist eine Kombination aus verschiedenen Aussagen bei gleichzeitiger Berührung bestimmter Akupunkturpunkte im Gesicht und am Hinterkopf. Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen bei der Heilung meiner Laktoseintoleranz und meiner Weizenallergie gehabt.

Die BSFF Methode, welche für „BeSetFreeFast“ steht und übersetzt „sei schnell davon befreit“ heißt, wurde vom Amerikaner und klinischem Psychologen Dr.Larry P.Nims entwickelt. Bei dieser Methode werden dem Unterbewusstsein gezielt Anweisungen gegeben emotionale Probleme zu behandeln. Sie kommt also ganz ohne das Klopfen aus und ist rein mental.

Mein Fazit

Es gibt noch viele weitere Klopftechniken, die jedoch im Vergleich zu den hier aufgezählten eher wenig Verbreitung gefunden haben. Die weiter rasant zunehmende Bekanntheit in den Praxen und im Internet verdeutlicht das Potenzial was in der Klopftherapie steckt. Meiner Meinung nach ist die unterschiedliche Namensgebung vom Prinzip sehr ähnlicher Verfahren nicht gerade förderlich für die Verbreitung und Akzeptanz dieser revolutionären Training- und Therapieform. Ein gemeinsames Auftreten unter einem Dach wie beim NLP wäre für die Verbreitung der Klopftherapie ein weiterer Katalysator. Ich bezweifle jedoch das es soweit kommen wird. Somit bleiben Interessierte leider weiterhin der anfänglich unübersichtlichen Auswahl überlassen. Ich hoffe dieser Beitrag dient zu etwas mehr Übersicht im Labyrinth der Klopftherapie.

Ich persönlich habe meine Ausbildung mit MET nach Franke® absolviert, weil mich die Ergebnisse durch die Kombination mit der Gestalttherapie wahnsinnig beeindruckt haben. Teil der Ausbildung waren auch TAT und BSFF, wovon mich TAT wie beschrieben vor allem in der Allergiebehandlung überzeugt hat. Über PEP und SEP habe ich jeweils ein Buch der Autoren gelesen und finde die Ansätze vielversprechend. Die verschiedenen Quellen zu EFT, vor allem aus dem Englischen, nutze ich als Inspiration zur Selbstanwendung und was mir davon gefällt bringe ich mit in meine Praxis. Außerdem gibt es zu EFT auch viele tolle Videos, insbesondere die weitere Verknüpfung des EFT mit NLP durch das sogenannte FasterEFT finde ich spannend.

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