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Männlichkeit

Männlichkeit heute- was bedeutet es ein Mann zu sein?

Auf meinem Weg der persönlichen Entwicklung hat mich ein Thema schon immer besonders interessiert, dass der Männlichkeit. Selten war es so schwer die Rolle eines Mannes zu definieren wie in der heutigen Gesellschaft. Vermutlich war auch selten die Bandbreite an „Wahlmöglichkeiten“ nie so groß wie sie heute ist. Vom Extrem des Softie bis zum Extrem des Macho gibt es einige Möglichkeiten, um seine Rolle als Mann zu definieren.

Diese große Auswahl hinterlässt auch eine gewisse Unsicherheit und Orientierungslosigkeit bei den Männern. Wurde früher einfach verlangt stark zu sein, keine Miene zu verziehen und durchzuhalten, so sind heute ganz andere Qualitäten als Mann gefragt.

Was ist passiert, Männer?

In den letzten Jahrzehnten gab es einige gesellschaftliche Umbrüche, die auch vor der Rolle als Mann und als Frau nicht halt gemacht haben. Die frühere Rollenverteilung mit dem Mann als Ernährer und der Frau im Haushalt ist jetzt wirklich endgültig vorbei.

Die Frauen haben sich in dieser Übergangsphase nach neuer Orientierung umgeschaut haben, sich für Ihre Rechte und Ihre Freiheit eingesetzt haben und ein neues Modell einer selbstbewussten Frau entwickelt haben, die sowohl arbeitet und sich im Beruf durchsetzt als auch Kinder groß ziehen kann. Die moderne Frau hat sich neu definiert und ihre neue Rolle gefunden und ist dabei, sie immer mehr auch konkret umzusetzen.

Die Männer hingegen- sie sind bei diesem Prozess irgendwie auf der Strecke geblieben. Schleichend kriegen sie mit, wie ihre alte Rolle ihnen nicht mehr die frühere Wertschätzung entgegen bringt. Arbeiten und das Geld verdienen alleine verschafft einem Mann nicht mehr den nötigen Respekt. Das was früher ausgereicht hat, von der Arbeit nach Hause zu kommen und sich dann vor den anderen familiären Angelegenheiten wie Haushalt und Kindererziehung zu drücken, das funktioniert heute nicht mehr so gut, weil die Frauen jetzt ebenfalls Jobs haben. Das Modell aus der Kindheit zu kopieren, wo die Mutter alles erledigt hat und dies später dann die Frau übernommen hat- es funktioniert heute nicht mehr wirklich.

Doch anstatt sich der neuen Entwicklung anzupassen und seine eigene Rolle zu definieren, verharrt der Mann lieber passiv und lässt sich so in seine neue Rolle reindrängen, anstatt sie selbst zu schaffen. Symptomatisch ist dabei, das heute selbst die Bücher über Männlichkeit zum überwiegenden Teil von Frauen gelesen werden! Diesen Artikel werden vermutlich auch mehr Frauen lesen, ich lasse mich von dem Feedback überraschen 🙂

Ich frage mich, warum so viele Männer resignieren und sich ihrem Schicksal hingeben, anstatt aktiv eine passende Rolle für sich zu finden?

Auf was für Männer stehen Frauen denn?

Als Ausgangspunkt für die männliche Rolle möchte ich dennoch auf das Männlichkeitsideal der Frau verweisen.

In den vielen Gesprächen mit meiner Frau ist mir vor allem eines aufgefallen- Frauen haben nur ungefähre Vorstellungen darüber, wie ein Mann oder ihr Mann zu sein hat. Aber Sie haben konkrete Vorstellungen darüber, was sie an einem Mann anziehend finden. So als können sie nicht konkret sagen was ihnen gefällt oder nicht gefällt, sie bekommen es aber immer sofort mit, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.

Frauen stehen nicht mehr auf Muttersöhnchen (bzw. taten es noch nie), sondern auf potente Männer, die ihr Ding durch ziehen und die fest im Leben stehen. Männer, auf die sie sich verlassen können und die auch gemeinsam mit anpacken oder Orientierung geben, wenn es notwendig ist. Kurz: Männer, die wissen was sie wollen.

Und das sind eben nicht Männer, die es den Frauen recht machen. Die Art und Weise, wie der Mann seine Rolle selbst definiert, ist entscheidend.

Meine Vermutung ist, dass Frauen sich gar keinen so großen Kopf darum machen würden was männlich ist, wenn Sie nicht so unzufrieden wären mit den Männern, wie sie derzeit ihre Rolle definieren.

Wie sieht für mich Männlichkeit aus?

Männlichkeit, was bedeutet es Mann zu sein?Für mich ist diese Frage ein fortlaufender Prozess seit Beginn meines Lebens. Anfangs natürlich vollkommen unbewusst, mittlerweile immer bewusster. Waren es früher eher so Bud Spencer Typen die mir imponiert haben, ist diese Zeit heute längst vorbei.

Mein Denken über die Rolle als Mann von heute ist vor allem geprägt von meinen eigenen Vorstellungen, die ich über die Zeit entwickelt habe und die mich beeinflusst haben. Es ist geprägt von dem Umfeld, indem ich mich befinde und wie meine Freunde ihre Männlichkeit definieren.

Und es wird fortlaufend von immer neuen Vorbildern inspiriert, die mich im Leben begleiten- angefangen von Männern denen ich im Leben begegne, von Autoren die über das Mann sein schreiben und – mehr oder weniger bewusst – natürlich auch von den Schauspielern im Fernsehen.

Männer in der Gesellschaft

Darauf basierend werde ich ein paar Aussagen tätigen, die für mich Männlichkeit darstellen und kurz erläutern, was ich damit meine.

Ein Mann vertritt seine Meinung

Ein Mann verbiegt nicht seine Meinung um es anderen Recht zu machen, sondern sagt die Dinge so, wie er sie denkt.

Ein Mann übernimmt Verantwortung

Ein Mann übernimmt für seine Handlungen- und auch für seine unterlassenen Handlungen- die volle Verantwortung und gibt nicht Anderen die Schuld für sein Verhalten und für das, was in seinem Einflussbereich passiert.

Ein Mann ist authentisch, zuverlässig & loyal

Das sind für mich die Grundlagen einer vertrauenswürdigen Persönlichkeit.

Alle 3 Eigenschaften geben den Menschen im Umfeld eine gewisse Konstanz, auf die Man(n) sich verlassen kann. Wichtig ist dabei, dass diese Konstanz dabei auf den eigenen Werten beruht- und nicht auf engstirnigem Verhalten oder Unnachgiebigkeit.

Ein Mann kann seine Gefühle zeigen und zu seinen Schwächen stehen

Insbesondere der erste Punkt ist sehr kontrovers, denn viele Jungen werden mit der Maxime aufgezogen „Männer kennen keinen Schmerz“- und lernen von dort an, ihre Gefühle zu unterdrücken.

Sie lernen damit quasi genauso wie der Vater, ihre eigenen nach außen hin wahrnehmbaren, vermeintlichen Schwächen zu verbergen. Jedoch ist es viel schwieriger (weil wir Männer nun mal so programmiert wurden?) und viel authentischer, bei starken Gefühlsausbrüchen auch dazu zu stehen und sich berühren zu lassen. Nur das ist für mich wahrhaftig.

Natürlich beinhaltet das nicht, bei jeder Kleinigkeit einen Gefühlsausbruch zu bekommen. Das wirkt dann eher schon wieder instabil.

Er Vertritt genauso selbstbewusst seine Stärken

Wahre Männer stellen sich nicht unter den Scheffel, sondern äußern selbstbewusst was sie können.

Ein Mann kennt seine Werte und lebt nach ihnen

Jeder Mann braucht im Leben seine Werte, um nicht wie die Fahne im Wind Stimmungen oder aktuellen Trends zu unterliegen.

Eine tolle Liste mit möglichen Werten und wie man seine Werte konkret lebt und verwirklticht, finden Sie auf Stevepavlina.de oder Stevepavlina.com.

Ein Mann hat eine Vision für sein Leben

Ein Mann lebt nicht einfach nur so daher, sondern er hat eine Vision darüber, was er in seinem Leben auf dieser Welt erreichen möchte und was er hinterlassen möchte.

Das geht über berufliche Ziele und seiner Rolle in der Gesellschaft hinaus auch bis hin zum Zusammenleben mit seiner Familie, in der eine ganz gewichtige Rolle einnimmt- und die eben unausgefüllt bleibt, wenn er sich dessen nicht bewusst ist. Eine Familie braucht einen emotional anwesenden Vater, denn nur wenn dieser als Vorbild für die Söhne und Töchter dienen kann, ist die Familie auch intakt.

Ein Mann kann auch mal auf den Putz hauen kann

Wenn die Situation es verlangt, ist ein Mann auch in der Lage, auf den Putz zu hauen und Andere auf für ihr mangelhaftes Verhalten zurechtzuweisen.

Männer in der Beziehung zur Frau

Besondere Bedeutung hat für mich als Mann der Umgang mit Frauen. Dort gibt es viele Missverständnisse und gerade hier macht sich am ehesten deutlich, was für eine Rolle der Macho oder der Softie einnehmen. Deswegen werde ich im folgenden explizit auf diese Rolle eingehen.

Ein Mann Übernimmt die Führung in der Beziehung, aber lässt die Frau zu 50% daran beteiligen

Das bedeutet für mich z.B. konkret, dass der Mann die Frau schauen lässt, wohin man Essen gehen könnte. Wenn Sie genau weiß wohin es gehen soll und es für den Mann auch passt, perfekt. Wenn die Frau sich hingegen nicht zwischen Grieche oder Italiener entscheiden kann, so übernimmt der Mann die Führung und trifft die Entscheidung zwischen italienischem und griechischem Restaurant.

Ein Mann beschützt seine Frau

Männlichkeit in der Beziehung zur FrauEin Mann nimmt seine Frau vor Anfeindungen- sei es von Fremden oder auch aus der eigenen Familie- in Schutz und stärkt ihr somit den Rücken.

Auf gleicher Ebene

Ein Mann sieht sich auf gleicher Ebene in der Beziehung zu seiner Frau- weder über ihr noch unter ihr.

Hier macht sich am ehesten die Gleichberechtigung deutlich. Der Macho sieht sich eher über der Frau und der Softie sieht sich eher unter der Frau. Damit geht auch immer ein gewisser Machtkampf einher und beide Formen sind in meinen Augen nicht gesund für eine intakte, lebendige und liebevolle Beziehung. Um eine wirklich befriedigende Beziehung zu führen begegnet der Mann der Frau auf Augenhöhe.

Äußert seine Meinung

Ein Mann nimmt keine Blatt vor den Mund und äußerst seine Meinung, auch wenn es schwer fällt.

Lässt sich nicht alles gefallen

Ein Mann wird aktiv, wenn die Frau seine Grenzen überschreitet.

Vertraut der Partnerin

Und lässt sie z.B. Auto fahren und redet nicht ständig rein und schreibt ihr vor, was sie zu tun hat.

Nur so ist es möglich, dass sich beide Partner gegenseitig in ihr Potenzial als Frau und auch als Mann schicken.

Gibt alles, damit es ihr gut geht

Ein Mann tut alles damit es ihm gut geht- und kann von da aus auch alles geben, damit es der Frau gut geht.

Fazit

Das war ein erster Anlauf von mir, dem Thema Männlichkeit und was es bedeutet ein Mann zu sein, auszuformulieren und Ihnen und auch mir selbst klarer zu machen, was genau ich darunter verstehe. Der Artikel soll dazu dienen, mehr Bewusstheit in das Thema Männlichkeit zu bringen und Sie dazu anregen, sich ebenfalls Gedanken darüber zu machen, was Sie unter Männlichkeit verstehen- und Sie möglicherweise dazu inspirieren, Ihr Bild anzupassen.

Die einzelnen Punkte nicht so auszuleben wie beschrieben, bedeutet nicht automatisch unmännlich zu sein, sondern dient eher als gewisser Gradmesser, wie männlich ich mich im Moment verhalte und wo ich mich noch entwickeln kann. So wie ein Leuchtturm als Orientierung in der Schifffahrt dient, sind diese Aussagen und Glaubenssätze als Unterstützung auf dem Weg in die männliche Potenz zu sehen.

Der Artikel wird noch ergänzt oder fortgesetzt, sobald mir mit weiterer Erfahrung Dinge noch klarer werden.

Schreiben Sie zu diesem Artikel gerne Ihre Meinung! Das Thema bedarf vielmehr öffentlicher Aufmerksamkeit unter Männern.

Jetzt werde ich Ihnen noch zeigen, wie ich mich für das Thema habe inspirieren lassen, welche Quellen ich genutzt habe und was ich Ihnen weiterempfehlen kann.

Wie kann ich mich am besten mit dem Thema Männlichkeit auseinander setzen?

Webseiten/Podcasts
Die Webseite mann-sein.ch von Nils Solanki und Heinz Robert zum Thema Mann sein hat es mir sehr einfach gemacht, in das Thema einzutauchen. Unter „Links“ gibt es diverse Webseiten zu der Männerbewegung aus dem deutschen und englischen Sprachraum, als auch zu Treffen und Ritualen speziell für Männer. Dort habe ich so ziemlich alles gefunden, was das Männerherz begehrt.

Besonders empfehlenswert finde ich den Podcast, bei dem die beiden mittlerweile über 30 Männer interviewt haben. Somit können Sie völlig kostenlos von dem Wissen von Coaches, Trainern, Psychologen etc. profitieren, die sich intensiv mit dem Thema Männlichkeit auseinander gesetzt haben und das Thema am Puls der Zeit diskutieren.

Bücher
Folgende drei Bücher über Männlichkeit habe ich gelesen und kann sie alle weiterempfehlen. Die Amazonbuchlinks finden Sie wie immer unten am Ende.

Wenn Sie nur ein Buch zu dem Thema lesen möchten, dann empfehle ich Ihnen das erste Buch: Der Weg des wahren Mannes: Ein Leitfaden für Meisterschaft in Beziehungen, Beruf und Sexualität von David Deida. Es ist das Beste was ich bisher zum Thema Männlichkeit gelesen habe- sehr authentisch und kraftvoll geschrieben. Viele meiner aufgeführten Punkte zur Männlichkeit sind aus seinem Buch entnommen oder inspiriert worden.

Das zweite Buch, „So wird der Mann ein Mann!“ ist von Robert Betz geschrieben, der mittlerweile in Deutschland eine gewisse Prominenz erreicht hat. Man muss seine Art mögen, er tendiert von seiner Art her in den esoterischen Bereich.

Das dritte Buch von von Bjørn Thorsten Leimbach – „Männlichkeit leben“ – ist vom Schreibstil im Vergleich zu den anderen ziemlich archaisch geschrieben- auch dort gibt es sicherlich Männer, die so etwas lieber lesen mögen. Wenn Sie vorher wissen möchten, wie Bjørn Thorsten Leimbach tickt- er tritt ebenfalls beim eben erwähnten Podcast von Mann sein in Folge 17 auf. Einen Link direkt zu dem Podcast finden Sie hier: Bjørn Thorsten Leimbach bei Mann sein

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Vertiefen dieses essentiellen Themas und mit den Empfehlungen! Gerne ergänze ich die Liste auch um Empfehlungen, die Sie einbringen und die passen.

David Deida | Robert Betz | Bjørn Thorsten Leimbach

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