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Eine Einfuehrung in das NLP

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Ein Referat was ich zum Thema NLP angefertigt habe. Viel Spaß!

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Was ist NLP
2.1 Die Grundannahmen
2.2 Fähigkeiten des Coaches
2.2.1 Wahrnehmung
2.2.2 Rapport
2.2.3 Das Metamodell der Sprache
2.2.4 Reframing
2.3 NLP Formate zur Veränderungsarbeit
3. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Geburtsstunde von NLP war im Jahre 1972. Der Verleger Spitzer hat-te die Planung, mehrere Bücher des Gestaltpsychologen Fritz Perls zu veröffentlichen, aufgrund des Überraschenden Todes Perls aufgeben müssen. Niemand seiner Schüler wollte diese umfangreiche Aufgabe übernehmen. Zu jener Zeit ergab es sich, dass er als Mentor von Richard Bandler diesen damit beauftragte, praktische Manuskripte von Perls Workshops aufzunehmen, die dessen theoretische Manuskripte ergänzen. Bandler arbeitete wie besessen an diesem Job, dass er damit begann Perls Kommunikation so perfekt zu kopieren, dass er bald von Spitzer ver-sehentlich als „Fritz“ angesprochen wurde.

Die Suche nach einer Möglichkeit Bandlers, Gestaltpsychologie universitär zu lernen und sein Wissen zu vertiefen, war zunächst erfolglos. So begab es sich, dass er selbst Vorlesungen unter Aufsicht des Linguisten John Grinder gab. Die beiden Gründer von NLP hatten sich gefunden.
Die Grundlage des NLP ist das modellieren von Höchstleistung. Neben Fritz Perls wurden weiterhin die Familientherapeutin Virginia Satir und der Hypnotherapeut Milton H. Erikson modelliert. Das Modellieren ist der Pro-zess, in dem man „in die Haut“ der Person schlüpft und deren Verhaltens-weisen komplett übernimmt, bis man die gleichen Resultate erzielt. Dann werden systematisch einzelne Elemente des Verhaltens weggelassen, um zu filtern, welche relevant sind. Anschließend werden diese in eine didak-tisch sinnvolle Form verpackt.

Im Zusammenspiel mit mehreren Theorien der damaligen Zeit, wurde aus dem Modelling und entsprechender Theorie eine systematische Samm-lung von Fähigkeiten, Einstellungen und konkreten Techniken, mit dessen Hilfe jede Person lernen kann, effektiv zu kommunizieren und Verände-rungsarbeit durchzuführen. NLP ist somit das Studium menschlicher Höchstleistungen, die Erkundung, welche Prozesse dabei bewusst und unbewusst ablaufen. Kurz:

NLP ist der erste systematische Ansatz zu ler-nen, wie man lernt. (Gregory Bateson)

2. Was ist NLP

2.1 Die Grundannahmen

Die Arbeit des NLP orientiert sich an einigen Leitlinien, sogenannten Grundannahmen, nach denen die Anwender des NLP sich richten sollen und die auch als Orientierung für das eigene Leben dienen.

Einige Bespiele sind:

  • Die Bedeutung Deiner Kommunikation liegt in der Reaktion, die Du erhältst.
  • Jedes Individuum besitzt bereits alle Ressourcen um alle angestrebten Veränderungen zu erreichen.
  • Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
  • Körper und Geist sind Teile ein und desselben Systems und beeinflussen sich gegenseitig.
  • Es ist leichter, den Prozess einer Erfahrung zu verändern, als die Erfahrung selber.
  • Alle Unterscheidungen, die Menschen in Bezug auf unsere Umwelt und unser Verhalten machen können, sind brauchbar durch die visuellen, auditiven, kinästhetischen, olfaktorischen und gustatorischen Sinne darstellbar.
  • Der positive Wert des Individuums bleibt konstant, während der Wert und die Angemessenheit des inneren und / oder äußeren Verhaltens bezweifelt wird.
  • Es gibt eine positive Absicht hinter jedem Verhalten und einen Kontext, in dem jedes Verhalten nützlich ist.
  • Feedback versus Versagen. – Alle Resultate und Verhaltensweisen sind etwas Erreichtes, unabhängig davon, ob sie gewünschte Ergebnisse in Bezug auf eine Aufgabe / Sache sind oder nicht.

2.2 Fähigkeiten des Coaches

2.2.1 Wahrnehmung

Bei der Wahrnehmung geht es darum, Inkongruenzen beim Klienten auf-zuspüren und eine sensorische Wahrnehmung dafür zu entwickeln, was der Klient nonverbal ausdrückt.
Dies geschieht einmal über die Physiologie. Dabei geht es vorrangig dar-um, dass der Coach sich auf den Ausgangszustand des Klienten kalibriert. Anschließend wird der körperliche Selbstausdruck des Klienten beobach-tet. Wie ändert sich z.B. seine Atmung, sein Sprachtempo, seine Muskel-spannung. Veränderungen der Physiologie lassen schließen auf Verände-rungen von inneren Zuständen.

Eine weitere wichtige Fähigkeit des Coaches ist die Wahrnehmung des Repräsentationssystems des Klienten. Wir erleben die Welt nie direkt- wir re-präsentieren sie uns selbst durch innere Vorstellungen, Geräusche und Stimmen und durch Gefühle. Dazu können wir uns auf den Klienten ein-stellen. Beispielsweise beklagen sich visuelle Typen, das auditive ihnen keine Aufmerksamkeit schenken, weil sie während der Unterhaltung kei-nen Blickkontakt aufnehmen. Geschulte Personen können solche Miss-verständnisse aufklären und vermeiden. Die wichtigste Möglichkeit besteht darin, dem Gesprächspartner in seiner Welt zu begegnen, indem man die selbe Sprache spricht, und Information so verpackt, das sie unwidersteh-lich für ihn wird.

Ein weiteres Werkzeug sind die Metaprogramme. Diese Grundelemente der Persönlichkeit zeigen wie Menschen ihre Welt einordnen. Beispiels-weise gibt es Leute, die sich „Hin zu etwas“ oder „Weg von etwas“ orien-tieren. Erstere sind leichter durch Anerkennung oder Belohnung zu moti-vieren, während es bei letzteren zielführender ist, ihnen die Angst zu nehmen.

2.2.2 Rapport

Rapport bezeichnet eine wertschätzende und unvoreingenommen Haltung gegenüber dem Klienten, diesen als einzigartigen Menschen zu schätzen. Ich und meine Welt kommen in diesem Prozess des Klienten nicht vor. In diesem Augenblick, während eines solchen Prozesses bin ich für den an-deren nichts als ein Spiegel.

Um Rapport mit dem Klienten herzustellen dienen das sogenannte Pacen und Leaden. Beim Pacen werden so lange Körperhaltung, Stimme etc. des Klienten kopiert um Vertrauen herzustellen, um dann in das Leaden, also die Führung des Prozesses, übergehen zu können.

2.2.3 Das Metamodell der Sprache

Das Metamodell der Sprache ist eine Technik des Fragens. Mit seiner Hil-fe kann man die relevanten Elemente der Lebenswelt eines anderen Men-schen hervorlocken und dann im eigenen Kopf abbilden. Als Beispiele dient hier folgender Satz: „Ich wurde immer geschlagen, ich werde nicht gemocht“. Menschen generalisieren mit ihrer Sprache (Bsp. „immer“), sie tilgen Prozesse („ich wurde geschlagen“, von wem?) und sie verzerren Prozesse (Bsp.: zwei Ereignisse die miteinander nichts zu tun haben, werden verknüpft. „ich wurde geschlagen, also werde ich nicht gemocht). Dabei können sich alleine durch das Hinterfragen von Äußerungen des Klienten Probleme von alleine auflösen.

2.2.4 Reframing

Reframings (deutsch: einen neuen Kontext geben) helfen, Problemlö-sungsprozesse einzuleiten. Wenn sich die Bedeutung ändert, können sich auch die Reaktionen und Verhaltensweisen der Menschen ändern. Wenn Menschen eine Sinneserfahrung machen, die sie nicht mögen, dann mö-gen sich eigentlich ihre Reaktion darauf nicht und diese lässt sich durch das Reframing ändern.

Eine Beispiel: Monika hat ein zwanghaftes Putzverhalten, mit dem sie ihre Familie tyrannisiert. Es geht soweit, das niemand den Teppich betreten darf, bei einem Fußabdruck bekommt die Frau sofortige Magenkrämpfe.
„Stellen Sie sich vor ihrem inneren Auge den makellosen Teppich vor. Und machen Sie sich bewusst, dass das bedeutet, dass sie vollkommen alleine sind. Die Menschen die sie lieben, sind nirgendwo in ihrer Nähe. Und jetzt setzen sie ein paar Fußstapfen darauf und sie wissen, dass die Men-schen, die Ihnen in der Welt am wichtigsten sind, in ihrer Nähe sind.“

In diesem Beispiel wurden Fußabdrücke auf dem Teppich von „unsauber“ zu „meine Lieben bei mir“ reframed.

2.3 NLP Formate zur Veränderungsarbeit

NLP-Veränderungsarbeit besteht in der Untersuchung und zielgerichteten Veränderung der subjektiv erfahrbaren mentalen Strukturen und Prozes-se, die menschliches Verhalten steuern. Kurz: Menschen werden befähigt, ihr Verhalten ohne innere Einschränkungen selbst zu lenken.
Mit Hilfe der Grundannahmen und der Fähigkeiten des Coaches ist es je-dermann möglich, die erfolgreichen Formate von Therapeuten selbst ge-zielt zur Veränderungsarbeit einzusetzen. NLP ist dabei ein offenes Sys-tem, neue Formate erfolgreicher Veränderungsarbeit werden jeweils neu hinzugefügt und bestehende Formate werden abgeändert. An dieser Stel-le erfolgt eine beispielhafte Darstellung eines sehr bekannten und bewähr-ten Formats.

Veränderungsarbeit am Beispiel des Formats „Re-Imprint“

Zunächst wird für den Zusammenhang des Formats die Ankertechnik er-klärt. Ankern ist eine Konditionierung auf Gefühlsreaktionen, wie bei-spielsweise viele Menschen eine Angstreaktion auf Spinnen zeigen. Die-ses Konditionieren lässt sich auch auf ressourcevolle Zustände anwenden, wie beispielsweise Ruhe, Entspannung oder Sicherheit. Viele kennen sicherlich die Gefühle, die erzeugt werden, wenn alte Urlaubsfotos ange-schaut oder der Lieblinssong im Radio läuft. Diese Zustände lassen sich gezielt nutzen, indem der Klient mit eben solchen Ressourcen ausgestat-tet wird und Situationen aus der Vergangenheit in seiner Fantasie noch einmal mit diesen Ressourcen erlebt und somit den Prozess der Erfah-rung ändert.

Das Format des Re-Imprints (deutsch: Neu-Einprägung), welches jetzt als Beispiel dient, bearbeitet menschliche Erfahrungen, die nicht nur einen traumatischen, sondern einen prägenden Charakter aufweisen, welche die Art des betreffenden Menschen, in der Welt zu sein, auf eine nachhaltige Weise einschränkend beeinflussen. Das Format wurde von Robert Dilts entwickelt.

Das Format des Re-Imprints beginnt nach dem Rapportaufbau und der Zielklärung, indem der Klient das Gefühl, welches ihn geprägt hat, mit ei-nem Suchanker kombiniert und auf der timeline (deutsch: Zeitline) zurück-geht zum Ursprung dieser Erfahrung. In dieser Ursprungssituation werden gebildete Glaubenssätze und die Folgen des Prägeerlebnisses aus disso-zierter Form identifiziert. Anschließend werden die an der Situation betei-ligten Personen nach ihren positiven Absichten durchleuchtet, welche heu-te als erwachsener Mensch aus der Meta-Perspektive (Blick von oben) viel neutraler gesehen werden können. Anschließend werden diese Personen mit den Ressourcen, welche ihnen zum damaligen Zeitpunkt nicht zur Verfügung standen, aus der eigenen timeline ausgestattet. Beispielsweise können die Eltern aus einer Kindheitserfahrung mit Geduld, Gelassenheit oder Empathie versehen werden. Schon hier ändert sich einiges an der Erfahrung des Klienten. Anschließend werden eigene Ressourcen, die damals nicht zur Verfügung standen, die jetzt aber verfügbar gemacht werden können, in der Situation dem selbst gegeben (wie z.B. Mut, Selbstvertrauen). Darauffolgend wird aus dem Moment kurz vor dem Ereignis mit allen gesammelten Ressourcen die Erfahrung und alle anderen darauffolgenden Erfahrungen mit den neuen Ressourcen noch einmal durchlebt. Abschließend wird dieser Prozess auch für mögliche zukünftige Ereignisse des Klienten durchgeführt (Future pace).

Die Erklärung für die Veränderungen ist nach Dilts, dass Menschen nicht der Inhalt ihrer Erfahrung sind, sondern was sie aus ihrer persönlichen Geschichte gelernt haben. Entsprechend haben sich Glaubenssätze und die entsprechenden Gefühle der Situation durch das Re-Imprint geändert. War die Intervention erfolgreich, wird der Klient zukünftige Situation mit seinen neuen Ressourcen und anderen Vorzeichen ganz anders lösen können.

3. Zusammenfassung

Dieses Referat fasst das Theoriegebäude des NLP in einer kurzen Form zusammen und veranschaulicht deren wirkweise anhand von einigen kleinen praktischen Beispielen und einer beispielhaften Darstellung eines Formats. Das NLP ist so eine umfassende Sammlung von Methoden und Formaten, so dass diese Einführung einige Grundlegende Aspekte unberücksichtigt lässt und deswegen nicht annähernd den Anspruch einer vollständigen Einleitung für sich beansprucht.

Viele der Methoden und Kenntnisse lassen sich auf andere Therapie- und Coachingmethoden anwenden. Bei der MET- aumaarbeit wird z.B. die Dissoziation und die Arbeit mit Submodalitäten (Farbe schwarz/weiß, Bild weiter weg) genutzt. Genauso ist das Nutzen des Metamodells der Sprache hilfreich, um den Klienten gezielt mit Fragen an sein Thema heranzuführen.

Autor: Carsten Bruns

Literatur:
DILTS, R.B. / HALLBOM, T./ SMITH, S.(2006): Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit: Höhere Ebenen der NLP Veränderungsarbeit, 5. Aufl., Junfermann Verlag 2006.
GROCHOWIAK, K. / HAAG, S.(2008): Die Arbeit mit Glaubenssätzen: Als Schlüssel zur seelischen Weiterentwicklung, 4. Aufl., Schirner Verlag 2004.
MOHL, A. (2006): Der große Zauberlehrling, Junfermann Verlag.
ROBBINS, A. (2010): Das Robbins Power Prinzip, 4. Aufl, Ullstein 2004.

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